Für den neuen Namen des Gasthofes "Schmugglerkrug", der mitten in Deutschland zugegebenermaßen ungewöhnlich ist, standen historische Ereignisse und Vorgänge an der nahen ehemaligen Landesgrenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern, die hier jahrhundertelang verlief.

Die Flüsse Recknitz und Trebel bildeten hier in unmittelbarer Nähe einen Teil der alten Zoll- und Landesgrenze zwischen Alt-Mecklenburg auf der linken Seite der Flüsse und Schwedisch-Vorpommern (1648-1815), im Ergebnis des Westfälischen Friedens von 1648 entstanden und danach Vorpommern, das ab 1815 (Wiener Kongress) zu Preußen gehörte, auf der anderen Seite.

Die Schmuggler machten den Zöllnern viel zu schaffen. In der Schwedenzeit ritten schwedische Husaren die Grenze ab und nach 1815 kontrollierten preußische Zöllner und Zöllner von Tribsees. Vom mecklenburgischen Sülze (heute Bad Sülze) ging ein Landweg durch das Recknitztal nach dem in Vorpommern gelegenen Kavelsdorf (3km entfernt) und weiter nach Eixen in Richtung des Gasthofes.

Wie an allen Grenzen wurde auch an dieser Landesgrenze geschmuggelt. Hüben wie drüben gab es Leute, die die Waren möglichst billig kaufen und verkaufen wollten, indem sie den Zoll umgingen. An dieser Grenze wurde neben anderen Gütern viel Salz geschmuggelt. Gerade diese Salzschmuggel war strengstens verboten.

Auf kleinen längst vergessenen Pfaden und Schmugglerwegen durch die nahe gelegenen Wälder, Flüsse und Moore der Grenze wurde vor allem bei Nacht und Nebel das im mecklenburgischen Sülze erzeugte Siedesalz über Kavelsdorf und Eixen nach Vorpommern gebracht. Damit konnte der "Hunger nach Salz" etwas gestillt werden. Immerhin benötigte der Mensch vom Mittelalter bis in die frühere Neuzeit bis zu 10 kg Salz zur Konservierung der Lebensmittel und als Speisewürze um das lebenswichtige Kochsalz dem Körper zuzuführen.

Wirtshäuser waren oft Dreh- und Angelpunkt für die Absprachen der Schmuggler und ihrer Mittelsmänner. Gasthäuser dienten gleichzeitig auch als Versteck für Schmugglergut. In Säcken wurde Salz, Zucker und Mehl zwischengelagert. Aber auch Butter, Tabak und Eier warteten hier auf den Weitertransport über die Grenze.

War auch unser Gasthof betroffen? Hier kann man an späten Herbstabenden, wenn der Nebel über dem Recknitztal liegt, den Salzschmuggler - der das Symbol unseres Landgasthofes darstellt - vermuten und spüren, einen gebeugten Mann, der einen Sack voll Salz auf dem Rücken trägt und über die Grenze keucht. Selbst das Traben von Pferden und die lauten Rufe der Zöllner glaubt man durch den Nebel zu hören.